{"id":160,"date":"2016-08-29T20:58:16","date_gmt":"2016-08-29T18:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/?p=160"},"modified":"2016-09-25T12:43:07","modified_gmt":"2016-09-25T10:43:07","slug":"theater-1916","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/theater-1916\/","title":{"rendered":"Theater 1916"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">1916 gingen die Geldvorr\u00e4te des Roten Kreuz durch die bereits zweij\u00e4hrige Kriegst\u00e4tigkeit zu Neige und man suchte dringend nach neuen Einnahmequellen. Nach den positiven Erfahrungen aus der Beteiligung bei anderen Aktionen, wie zum Beispiel im M\u00e4rz 1915 an der Kriegsmetallsammlung sowie an der sp\u00e4teren Woll- und Kautschuksammlung, entschloss man sich zur \u00f6sterreichweiten Abhaltung einer \u201eRot-Kreuz Woche\u201c. Den Schwerpunkt dieser Aktion sollte das Sammeln von Geldspenden in Sammelb\u00fcchsen sowie der Verkauf von Gedenkbl\u00e4tter und offiziellen Abzeichen (Emailglasabzeichen, Metallnadeln und Metallbroschen) bilden. F\u00fcr die Anwerbung neuer Mitglieder wurden an die Spendensammler Werbeblocks mit Mitgliedskarten ausgegeben. Zum Erreichen eines maximalen Effektes sprach man viele verschiedene Gruppen an. Die Rot-Kreuz Landesleitung wies beispielsweise gesondert auf die w\u00fcnschenswerte Einbindung des Klerus und der Lehrerschaft hin. Um die Teilnahme der Sch\u00fcler an dieser Aktion zu erm\u00f6glichen wurden vom Unterrichtsministerium zwei schulfreie Tage genehmigt. Es lief eine gigantische Propagandamaschinerie zur Unterst\u00fctzung an. In den Wochen davor startete eine Plakatkampagne und zahlreiche positive Berichte \u00fcber die T\u00e4tigkeiten des Roten Kreuzes erschienen in den Tageszeitungen. F\u00fcr jede Wohnung im Ort wurde ein Spendenaufruf von den politischen Bezirksbeh\u00f6rden zugesandt, die pers\u00f6nliche Zustellung dieser war durch Sch\u00fcler am 1. Mai 1916 vorgesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Drittel des Reinertrages sollte f\u00fcr die Pflege verwundeter und erkrankter Soldaten, das verbleibende Drittel der Jugendf\u00fcrsorge zum Bau von Heimst\u00e4tten und Betreuungseinrichtungen zugef\u00fchrt werden. Die landesweite Mobilisierungsinstruktion unterstreicht die Bedeutung dieser Erziehungsanstalten, \u201edenn es ist dringend notwendig, die Kinder unserer Helden im Felde vor der gerade jetzt vielfach drohenden Verwahrlosung nach M\u00f6glichkeit zu sch\u00fctzen.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Eferding wurde, \u00e4hnlich wie von anderen Zweigvereinen, eine Theaterauff\u00fchrung im Rahmen der Aktionswoche organisiert. Unter gro\u00dfem Aufwand wurde das St\u00fcck \u201eComtesse Guckerl\u201c im Gasthof Obermair\u00a0(\u201eam Hof\u201c bzw. Hofwirt) von Mitarbeitern aufgef\u00fchrt. Urspr\u00fcnglich waren Darbietungen am 6. und \u00a07. Mai vorgesehen, auf Grund des gro\u00dfen Interesses fand eine zus\u00e4tzliche Auff\u00fchrung am 9. Mai statt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a> Bereits Wochen zuvor wurde im Linzer Volksblatt vom Vorhaben der Eferdinger Laiendarsteller berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-162 size-full\" src=\"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche.png\" alt=\"1916-04-16_RK Woche\" width=\"350\" height=\"148\" srcset=\"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche.png 350w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche-300x127.png 300w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche-260x110.png 260w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche-50x21.png 50w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/1916-04-16_RK-Woche-150x63.png 150w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diversen Besprechungsprotokollen und Zeitungsberichten sind einige Details bekannt. So wurde beispielsweise die B\u00fchne vom Gesellenverein ausgeliehen und es gab 12 Sesselreihen, gestaffelt in 4 Preiskategorien.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> In den Unterlagen der Vereinsbuchhaltung befindet sich unter anderem noch ein Beleg des Friseurs Landauer, welcher f\u00fcr geliehene Per\u00fccken und Schminksachen 3 Kronen in Rechnung stellte. Die Elektrizit\u00e4tswerke Stern &amp; Hafferl\u00a0bewilligten die Anbringung von 4-5 zus\u00e4tzlichen Gl\u00fchbirnen und gaben den Strom f\u00fcr die Auff\u00fchrungen kostenlos ab.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vorstellung begann mit einer Lesung als Prolog, Herr Emil Lachnit\u00a0trug dazu das Gedicht \u201eDas Rote Kreuz\u201c von Ottokar Kernstock\u00a0vor und wirkte auch bei der Auff\u00fchrung als Schauspieler mit. In den einzelnen Rollen fanden sich<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Herr Emil Lachnit, Horst von Neuhof<br \/>\nFrau Mizzi Finze, Gr\u00e4fin Hermance Trachau<br \/>\nFr\u00e4ulein Irma Sch\u00e4ffer, Hofr\u00e4tin Klementine<br \/>\nFr\u00e4ulein Anni Rei\u00dfer, Cilli<br \/>\nHerr Betriebsleiter Messerklinger, General Schuwaschoff<br \/>\nHerr Hans Salau, Hofrat von Mittersteig<br \/>\nHerr Hans Emerstorfer, Leopold von Mittersteig<br \/>\nFr\u00e4ulein Anni David, Rosa<br \/>\nHerr Bruckner, Wenzl<br \/>\nHerr Fritz Tr\u00f6ster, Baumann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pausen verk\u00fcrzte das Musikvereinsorchester unter der Leitung von Herrn Bodoril, Fr\u00e4ulein Hedwig H\u00f6rl\u00a0begleitete am Klavier und Fr\u00e4ulein Fini David\u00a0am Harmonium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um am 9. Mai den zahlreichen G\u00e4sten aus Alkoven die Teilnahme zu erm\u00f6glichen wurde von Stern und Hafferl eigens ein Extrazug beigestellt. Am 6. Mai nahmen zahlreiche Offiziere aus dem Aschacher Gefangenenlager teil. Neben all der Harmonie gab es aber auch eine St\u00f6rung, wie das Linzer Volksblatt vom 15. Mai 1916 zu berichten wei\u00df: \u201e<em>Eine unfreiwillige Reklame f\u00fcr die Vorstellung am 9. d. besorgten einige Leute geringen Bildungsgrades durch Verbreitung ebenso alberner als b\u00f6swilliger Ger\u00fcchte. Da\u00df\u00a0 a l l e\u00a0 Parteien friedlich und eifrig f\u00fcr das Rote Kreuz zusammenwirkten, war gewissen Ruhest\u00f6rern eben ein Dorn im Auge.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alleine die Theateraktion brachte einen Reinerl\u00f6s von \u00fcber 850 Kronen (K) ein.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><\/a> Als Gesamtergebnis der Rot Kreuz Woche wurden 8221K 34 Heller (h) an den Landeshilfsverein \u00fcberwiesen. Die Einzelspende der Sparkasse von 1000K wurde nicht dazugez\u00e4hlt und in Eferding behalten. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><\/a>Mit den Beitr\u00e4gen der 451 Mitglieder wurde ein Gesamtergebnis von 9123K 34h erzielt. Das Landesergebnis dieser Aktionswoche betrug 442.597K 07h.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-161 size-large\" src=\"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-768x1024.png\" alt=\"SternHafferl\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-768x1024.png 768w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-225x300.png 225w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-109x146.png 109w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-37x50.png 37w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl-56x75.png 56w, http:\/\/www.eferding1900.at\/WP\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/SternHafferl.png 1385w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1916 gingen die Geldvorr\u00e4te des Roten Kreuz durch die bereits zweij\u00e4hrige Kriegst\u00e4tigkeit zu Neige und man suchte dringend nach neuen Einnahmequellen. 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